Gabriele Münter

Gabriele Münter in Kallmünz

Blick auf Kallmünz mit Schloßberg und Burgruine vom Vilstal aus.

Am 19. Juni 1903 erwartete Wassily Kandinsky Gabriele Münter an der Schiffsanlegestelle in Kallmünz. Sie war von Regensburg mit dem Personenschiff gekommen, die Fahrt dauerte ca. 4 Stunden. Er war schon am 5. Juni mit Teilnehmern seiner Malschule angekommen.

Ein Treffen der beiden vorher in Treuchtlingen war wegen ungenauer Absprache schief gelaufen und Münter fürchtete einen frustrierten Kandinsky anzutreffen. Doch der schien wohlgelaunt und begleitete sie zur Unterkunft in der "Roten Amsel", wo auch die anderen Teilnehmer der Malschule Phalanx untergebracht waren, mit Ausnahme von Carl Palme, der beim Töpfer Glötzl wohnte.

Kandinsky und Münter, die sich schon ein Jahr vorher beim Malen in Kochel näher gekommen waren, verlobten sich jetzt offiziell und wurden ein Paar, wenn auch vor den anderen Malschülern verheimlicht. Kandinsky, der noch verheiratet war und dessen Frau Anna in München lebte, hatte Verlobungsringe mitgebracht. Als er zwischendurch nach München fuhr um eine Ausstellung der Malschule vorzubereiten legte er den Ring ab, seiner Frau verheimlichte er die Verlobung.

Ella, wie Gabriele Münter von ihm genannt wurde, akzeptierte das "Heimlichtum", schrieb Briefe unter falschen Namen und mit verstellter Handschrift.

Gabriele Münter, die bisher hauptsächlich gezeichnet hatte, übte hier mit ihrem Lehrer die Freiluftmalerei. "Im Anfang machte mir der Pinselstrich große Schwierigkeiten... Kandinsky lehrte mich die Handhabund des Spachtels, um Effekte zu erzielen...er lehrte mich, schnell genug und mit genügend Selbstvertrauen zu malen und solche Augenblicke des Lebens rasch und ungezwungen festzuhalten."

Bilder von Münter, die in Kallmünz entstanden sind hängen heute im Lenbachhaus.

 

Gabriele Münter

Lebensdaten:

1877
Am 19. Februar in Berlin geboren

 1897
Besuch einer Kunstschule für Frauen in Düsseldorf

1899/1900 Reise in die USA mit ihrer Schwester

 1901
Umzug nach München

 1902/3
Malschulen in München auch Malschule Phalanx mit Wassily Kandinsky

 1903: 18. Juni bis 18. August Aufenthalt in Kallmünz

1904 bis 1906
Zahlreiche Reisen u.a. nach Tunesien und Italien

 1906/07
Aufenthalt in Paris, Teilnahme an Malschulen, hier entsteht mehr als ein Viertel des graphischen Werkes

 1909
Mitbegründerin der „Neuen Münchener Künstlervereinigung“

 1911
Beteiligung an der Gründung des "Blauen Reiters" und Teilnahme an deren Ausstellungen

 1914
Trennung von Kandinsky, der wegen des Beginn des ersten Weltkrieges nach Russland zurückgeht, Übersiedlung nach Stockholm

 1920
Immer wiederkehrende Depressionen hindern das Künstlerische Schaffen

 1925
Umzug nach Berlin

1929/30 Aufenthalt in Paris

ab 1931 lebt sie in Murnau meistens zusammen mit dem Kunsthistoriker Johannes Eichner

 1937
Ausstellungsverbot durch die Nationalsozialisten, sie versteckt die Werke Kandiskys in ihrem Haus in Murnau

Ab 1950
viele Museen widmen sich ihrem Werk

1957 übergibt sie viele Werke Kandinsky und anderer Maler des Blauen Reiter dem Lenbach Haus, das damit viele der bedeutendsten Werke der Kunstgeschichte des 20 Jahrhunderts erhält.

1962
Am 19. Mai verstirbt Gabriele Münter in Murnau


Quellen: Gisela Kleine: Gabriele Münter und Wassily Kandinsky
Annegret Hoberg und Helmut Friedel: Gabriele Münter

>>>Wikipedia Artikel

 

Wir arbeiten an einer Dokumentation von Malern in Kallmünz.
Über weitere Informationen zu Gabriele Münter wären wir dankbar.

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mayer@bergverein-kallmuenz.de

© VG Bildkunst Bonn 13, Das Copyright für Werke von Gabriele Münter hält die Eichner Stiftung, vertreten von der VG Bildkunst, Bonn.

 


 

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