Charlse Palmié Fotos Kallmünz

Ankündigung - Ausstellung

120 Jahre Perle des Naabtals -

Charles Palmié

Ausstellung im Alten Rathaus von Kallmünz
18.09.2021 bis 31.10.2021

Samstag, Sonntag und Feiertag 13.30 bis 17.30 Uhr

Am 27. Februar 1901 erreichte eine illustre Gesellschaft Kallmünz mit der Postkutsche und trug sich in das Gästebuch der „roten Amsel“ ein. Professor Charles J. Palmié hatte über einen Versicherungsvertreter aus Amberg von Kallmünz gehört. Auf der Suche nach neuen Landschaften und Orten für seine impressionistische Malerei kam er, begleitet von hochkarätigen Künstlern und StudentInnen nach Kallmünz und ließ sich von dem Ort begeistern.
Charles Palmié war in München ein angesehener Künstler, mit eigener Malschule, Mitglied der Neuen Künstlervereinigung München (N.K.V.M.) bei der auch kurzzeitig Wassily Kandinsky war. Er begeisterte sich für Kallmünz, engagierte sich für die Ortsverschönerung, malte, fotografierte, verlegte Postkarten, ließ Pappeln pflanzen und bemalte noch die Fassade der Künstlerherberge, die er mit dem Namen „Rote Amsel“ belegte. Drei der Pappeln stehen heute noch. Wassily Kandinsky war zwei Jahre später mit seiner Malschule Phalanx ebenfalls da. Kallmünz bezeichnete Palmié als die „Perle des Naabtals. Seither  schmückt dieser Bezeichnung  jeden Tourismusprospekt über Kallmünz.
Schon im Herbst 1902 zeigte Palmié in München in einer Ausstellung mehr als 50 Kallmünz Ansichten und trug auch damit Werbung für den Künstlerort bei.

Wer war Charles Palmie? Warum konnte er sich für diesen Ort so begeistern? Warum kam er nur zwei oder drei Sommer lang hierher? Wer waren seine Begleiter? Prof. Karl Marr, Obergymnasialrath von Senger, Professor Franz Skarbina, Esle Boyens usw?  Antworten auf diese Fragen sucht der Bergverein Kallmünz mit einer Ausstellung,  die ab Mitte September geplant ist. Bis dahin hoffen die Organisatoren, dass die Corona-Situation sich entspannt hat und Veranstaltungen wieder stattfinden können.

Mit einer Veranstaltungsreihe zur Ausstellung „120 Jahre Perle des Naabtals“ soll das Leben um 1900 nachgezeichnet werden. „Wir wollen, dass der ganze Ort mitmacht und sich möglichst viele beteiligen“ erklärt Martin Schmid, Vorstandsmitglied des ATSV Kallmünz und Marktgemeinderat zu seiner Motivation. „Es geht ja um die Identifikation mit Kallmünz.“ Martin Mayer, der Vorsitzende des Bergvereins  hat schon einige Ausstellungen kuratiert und freut sich auf ein miteinander verschiedener Vereine und Veranstaltungen zu den Themen wie „Welche Vereine gab es um 1900 in Kallmünz? Wie hat die Feuerwehr gelöscht? Was hat der Männergesangsverein gemacht? Wer hat die Akazien auf der Burg gepflanzt? Der Postbote von Kallmünz sollte versetzt werden, weil er die Postkarten nach Dinau den Bettelweibern mitgegeben hat anstatt sie selbst auszutragen. Zudem soll er den Inhalt vorher schon in den Wirtshäusern weitererzählt haben. Das Wirtshausleben, das die Künstler auch eine Generation später noch begeistert hat, wird nacherzählt.

In der Ausstellung werden bedeutende Gemälde von Kallmünz um 1900 gezeigt. Vier Gemälde von Charles Palmié befinden sich in Kallmünzer Haushalten, sie werden Teil der Ausstellung sein, ebenso seine Fotographien. Original Gemälde von Franz Skarbina (Auftragsmaler von Kaiser Wilhelm II.  Berlin), Ludwig Herterich ( München), Walther Scholtz (Dresden), Adolf Luntz (Karlsruhe) und anderen damals bekannten Kunstprofessoren zeigen auch den Rang von Kallmünz in der Kunstgeschichte.  Alte Postkarten und Fotographien aus privaten Sammlungen sind Teil der Ausstellung. Der Vorsitzende des Bergvereins Martin Mayer appelliert an die Kallmünzer. „Bitte sucht in euren Schatztruhen nach alten Fotos, Postkarten und Bildern, damit wir Kallmünz zeigen können, wie es vor 120 Jahren war. Wir freuen uns auch auf weitere Vorschläge für Veranstaltungen.
Kallmünz kann sich auch 2021 als „Perle des Naabtals“ rühmen und das soll die Ausstellung vom 18. September bis 31.10.2021 und die Rahmenveranstaltungen zeigen.

Johann Baptist Laßleben ließ sich von Cahrles Palmié anregen, einen Artikel in der Zeitschirft "Bayerland" über Kallmünz zu schreiben. Seine Bedingung war, dass er die Fotos von ihm verwenden durfte. Vom Palmié stammt der Titel "Perle des Naabtals" für Kallmünz. Hier sind die Fotos, die den Artikel schmückten. Sie wurden auch als Postkarten verlegt.


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