Albert Reich in Kallmünz

Albert Reich kannte als gebürtiger Neumarkter Kallmünz von Kindheit an.

Wieder in Kontakt mit Kallmünz kam er durch seinen Lehrer an der Münchner Akademie Ludwig von Herterich.

Seit 1907 bis zu seinem Tod arbeitete er als Illustrator für die Heimatzeitschrift "Die Oberpfalz", die der Laßleben Verlag immer noch herausgibt.

Albert Reich war seit 1908 regelmäßig in Kallmünz. 1911 übernahm er die Malschule von Melchior Kern, die er bis zum ersten Weltkrieg leitete. Im Fremdenbuch des Gasthauses "Rote Amsel" sind 12 Teilnehmerinnen der Malschule 1912 verzeichnet, die bis aus St. Petersburg anreisten. Eine seiner Schülerinnen heiratete er später.

Die hier gezeigten Motive stammen aus seinen frühen Aufenthalten. Es handelt sich um naturnahe Aufnahmen des ländlichen Lebens.

Eine Frau hängt neben der Naab am Gartenzaun Wäsche auf. Das Idyll wird durch einer mächtigen sich im Wind bewegenden Erle überragt. Im Hintergrund ein Gehöft an der Naab und ein Anwesen am Eselsweg, darüber ein bewölkter Himmel.

Der Druck zeigt im Vordergrund eine alte Bäuerin, die um Gemüsegarten harkt. Die Kallmünzer Burg im Hintergrund ist durch die hohen Bäume und Büsche mächtig nahe gerückt. Wie klein der Mensch doch wirkt, angesichts der Natur und der massiven Burg.

Die Motive verweisen auf die von der Reichspropanda ab 1933 favorisierten Thematik. Die Darstellung von naturnahem bäuerlichen Leben lenkt von der politischen und sozialen Problematik ab.


Lebensdaten: 1881 - 1942

14. Januar 1881 in Neumarkt in der Oberpfalz geboren.

1898 bis 1902 Künstlerische Ausbildung an der Kunstgewerbeschule Nürnberg

ab 1902 Studium an der Müchner Akademie bei Ludiwg von Herterich, Heinrich von Zügel und Peter von Halm.

Seit 1907 Illustrator der Heimatzeitschrift "Die Oberpfalz"

Ab 1911 Übernahme der Malschule von Melchior Kern

Teilnahme am ersten Weltkrieg, wo er als Korpsmaler seine Kriegstagebücher illustrierte.

1922/23 gestaltete er das Kriegerdenkmal in Kallmünz zwichen Marktplatz und Kirchplatz. Auch das Kriegerdenkmal in Duggendorf ist nach seinen Entwürfen gebaut worden.

Bereits 1930 gründete er in München Harlaching eine Ortgruppe der NSDAP und "stellte sich mit seiner Kunst und seinem Herzen in den Dienst der NS-Bewegung".

Seine Bücher und Bilder verherrlichen den Kriegseinsatz im ersten Weltkrieg und haben spätestens seit der Machtübernahme Hitler eine militaristisch-propandistische Zielsetzung.

Adolf Hitler ließ Albert Reich posthum zum Professor ernennen.

Seine Bilder werden gelegentlich auf Auktionen angeboten, sie finden heute verständlicherweise kaum noch Käufer.

„Albert Reich hat wegen seiner maßgeblichen Mittäterschaft im Dritten Reich weder Würdigung noch ehrendes Andenken verdient.“ aus Mittelbayerische Zeitung 12.11.2010
In Neumarkt hat man die Albert Reich Straße im Jahre 2010 umbenannt: Artikel dazu

>>> Wikipedia Artikel

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Wir arbeiten an einer Dokumentation von Malern in Kallmünz.
Über weitere Informationen zu Albert Reich in Kallmünz wären wir dankbar.

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